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Sieben gegen Sechs: Weg damit!

ballgewinn
7. Okt.
2 Min. Lesezeit

Der Handball-Weltverband IHF will die „Sieben gegen Sechs“ Regel verändern. Während aktuell die genaue Art und Weise dieser Änderung noch nicht bekannt ist, ist die Nachricht an sich schon gut. Sehr gut.


Es besteht Hoffnung, dass einer der größten Fehler in der Entwicklung des Sportspiels Handball verbessert und damit abgeschafft wird.


Die zentrale Spielidee des Handballs ist es, einen Spielvorteil zu schaffen. Handball ist ein Spiel in Gleichzahl, mit einer permanenten Wechselwirkung zwischen Angriff und Abwehr. Aus der Gleichzahl muss mit spielerischen Mitteln eine Überzahl oder eine mindestens ausreichend gute Abschlusssituation kreiert werden, Angriff gegen Abwehr, bis zum finalen Duell des Abschlussspielers gegen den Torwart. Dieser Weg zur Abschlusssituation ist Zielaktion der spielerischen Umsetzung der Spielidee. Das ist „Spielen“.


Diese Zielaktion mit regeltechnischen Mitteln zu verschenken, ist eine komplette Veränderung des Spiels. Tatsächlich hat der Handball in den vergangen Jahren einen massiven Rückschritt in Sachen Spielentwicklung gehabt. Weg von individuellen und kooperativen, beweglichen, Spielweisen dominieren kollektive, statische, Spielweisen, die einzig dazu dienen, den regeltechnisch geschenkten Überzahlspieler zu finden.


Das betrifft natürlich auch die Frage, ob statt Unterzahl - eine Strafe für irreguläres Spielverhalten - der numerische Zahlenausgleich erlaubt sein soll.


Übrigens: Die oft genannte Beobachtung, dass mit dem „Sieben gegen Sechs“ auch das aktive, offensive Abwehrspiel verschwinden würde, ist Teil des Problems. Auch in Unterzahl kann offensiv verteidigt werden. Es ist allerdings aufgrund der taktischen Verengung und Verarmung des Handball in seinen individuellen und kooperativen Spielweisen für viele Trainer nicht mehr interessant.


Das allerdings hat auch mit einem grundsätzlichen Abwehrproblem zu tun, was ebenfalls mit Regelveränderungen zu tun hat. Das Gleichgewicht zwischen Angriff und Abwehr ist schon lange zulasten der Defensive gestört. Vielleicht gibt es da ja auch Hoffnung, das, irgendwann, dieser Fehler erkannt und verändert wird.


Foto: Jürgen Pfliegensdörfer / sportsword

 
 
 

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